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Auf den Spuren der Habsburger

Generalversammlung Ehemalige Pfadi Schweiz, 6. Mai 2006

 

Die Habsburger hatte man in der Schule immer nur als Feinde kennen gelernt, Feinde, die oftmals mit Bravour von den alten Eidgenossen besiegt wurden. Dass sie aber auch im Umkreis ihrer Domänen für Arbeitsplätze sorgten, ihre Kultur ins Land brachten und durch ihre Präsenz auch eine Art Sicherheit schufen, das ging im Geschichtsunterricht vergessen. Heute lernt man ihre Burgen und Schlösser als Orte der Gastlichkeit kennen, ihre Gotteshäuser sind kunsthistorisch berühmt.

Eine erfreuliche Anzahl von rund 40 ehemaligen Pfadi und «zugewandten Orten» hatten den Weg nach Brugg und von da auf Habsburg gefunden. Hier wurden sie von ihrer Präsidentin Marianne Walter v/o Plisch sehr herzlich begrüsst. Schön, sich wieder einmal zu treffen.

Bald traf die Referentin ein, die uns nun die Habsburg im Detail vorstellen würde. Die heutige Anlage ist in drei Teilen zu besichtigen. Die ursprüngliche vordere Burg ist nur noch als Gemäuer begehbar. Im Burghof ist noch der Sodbrunnen erhalten, ansonsten ist der Hof mit Bäumen bestanden und dient im Sommer als Gartenrestaurant. Im jüngeren Teil, der hinteren Burg, befindet sich im Palas ein Restaurant mit mehreren Gaststuben, auf zwei Etagen verteilt. Im grossen Wehrturm präsentiert sich eine kleine Ausstellung und unter dem Dach, nur über sehr steile Holztreppen erreichbar, nisten die berühmten schwarzen Dohlen, die seit Jahrhunderten hier zu Hause sind. Im nördlich gelegenen steilen Gelände soll sich noch ein Fragment eines weiteren Turmes befinden. Nach dieser Geschichtslektion freuten sich alle am frischen Apéro, und die knusprigen Häppchen bekämpften den ersten aufkommenden Hunger. Bald war nur noch frohes Plaudern zu hören und alle unterhielten sich bestens. Bei dieser Gelegenheit wurde der langjährige Kassier Hansjörg Hirt v/o Omag, der altershalber seinen Rücktritt eingereicht hatte, verabschiedet. Unter Applaus durfte er zum Dank ein Geschenk und beste Wünsche für die kommende Zeit entgegennehmen.

Zum Mittagessen dislozierte die muntere Gesellschaft in den Palas, wo im zweiten Stockwerk für uns aufgedeckt worden war, festlich, wie es sich für edle Damen und Herren gehört. Die kräftige Mahlzeit, wie sie wohl schon den früheren adligen Bewohnern bekannt war, schmeckte allen. Für viele wird wohl das feine Siedfleisch mit Gemüse und Vinaigrette eine Erinnerung an die Kindheit gewesen sein. Heute kennt man diese Speise praktisch nicht mehr. Jedenfalls war das Menü ein origineller Einfall. Der Geräuschpegel stieg, die Gespräche perlten munter dahin, Gelächter war zu hören.

Viel zu schnell verging die Zeit und der Abstieg zu Fuss zum Postauto sorgte für einen Verdauungsspaziergang. Rasch war man in Königsfelden angelangt, wo wiederum unsere Führerin auf uns wartete. Als Dessert kam die Gruppe in den Genuss einer ausführlichen Erklärung der berühmten, herrlichen Glasfenster in der Klosterkirche Königsfelden. Jedes der hohen, farbenfrohen Fenster erzählt eine Geschichte, entweder aus der Bibel oder dann aus der Familiengeschichte der Stifter, der Habsburger, oder eben auch aus dem damaligen politischen und religiösen Leben der Herrscher.

Ein Kaffee in der Cafeteria oder im wunderschönen Garten von Schloss Königsfelden (heute psychiatrische Klinik) rundete die Mittagszeit ab. Nun aber stand der wichtigste Teil des Tages auf dem Programm. Man war ja wegen der Generalversammlung zusammengekommen. Im Prunksaal des Schlosses Königsfelden versammelten sich die Mitglieder EPS.

Die Präsidentin begrüsste alle zu dieser Generalversammlung, die sie zum letzten Mal präsidieren wird. Gemäss Statuten ist ihre Amtszeit abgelaufen. Die Traktanden gaben zu keinen Diskussionen Anlass und wurden zügig abgewickelt. Das Budget erlaubt es, einige Vergabungswünsche zu erfüllen. Esther Hausammann v/o Mungo hatte mit Erfolg fehlende Beiträge eingetrieben. Der Jahresbeitrag bleibt wie bisher CHF. 25.- . Mit Freude durfte Plisch verschiedene Vergabungen bekannt geben. Alle Anfragen wurden seriös geprüft. Das internationale Pfadfinderzentrum in Kandersteg erhält CHF 2000.- für dringende Renovationsarbeiten. Die Ostschweizer Pfadiheime sollen für PTA zugänglich gemacht werden. Dafür erhalten sie ebenfalls CHF 2000.- Die Abteilung Fabulus der Pfadi Bern hat einen Trupp für Gehörlose, ein Vorhaben, das Unterstützung verdient. Sie erhalten CHF 1000.-. Für ein Buchprojekt und für ein Korpslager werden je CHF 500.- gutgesprochen. Damit kann mehr als eine «Gute Tat» verwirklicht werden. Weitere Bedürfnisse gaben zu Diskussionen Anlass. Offenbar waren keine Anträge gestellt worden.

Mit Spannung wurden nun die Wahlen erwartet. Für Plisch und Omag ist die Amtszeit abgelaufen. Wie weiter? Als Aktuar fungierte bereits Peter Huber v/o Büsi und Marc Barblan v/o Marsouin hatte sich bereit erklärt die Nachfolge von Omag als Kassier anzutreten. Ein erfreulich junges Mitglied, Erwin Telser v/o Puma des APV Habsburg aus Brugg, konnte als Ratsmitglied gewonnen werden. Plisch war etwas unglücklich. Noch hatte sich niemand für das Präsidium zur Verfügung gestellt. Büsi stand bereit und machte unbeeindruckt davon fleissig Notizen. Da meldete Marsouin, dass sich am selbigen Tag Peter Huber als Präsident zur Verfügung gestellt hatte. Grosses Aufatmen. Die Überraschung war voll gelungen. Plisch konnte es kaum fassen. Mit überzeugtem Applaus wurde Peter Huber v/o Büsi zum Präsidenten gewählt.

Plisch darf sich nun zurücklehnen. Ihr wird herzlich gedankt für ihr grosses Engagement.

Nichts war ihr zuviel, sie hat als Präsidentin einen beispiellosen Einsatz geleistet. Dafür erhält sie einen Baum für ihren Garten, unter dem sie ausruhen wird. Damit sie nicht nur mit dem Gutschein für einen grossen Baum heimgehen muss, wird ihr ein ganz kleiner symbolischer Baum überreicht. Geehrt wird auch Chlaus Walter, der Ehepartner von Plisch. Er hat als Verleger während einigen Jahren das EPS-Info gestaltet und drucken lassen. Er erhält eine Kiste Wein aus den Rebbergen von Omag. Er weiss diese Geste sehr zu schätzen und strahlt. In einer launigen Kurzansprache geht er auf seine Zeit als Kadettenleiter ein. Äusserlich immer ein wenig Konkurrenzdenken mit den Pfadfindern, und doch gar nicht so verschieden. Jugendarbeit bleibt Jugendarbeit, ob nun Kadetten oder Pfadi. Plisch und Chlaus haben gegenseitig sehr stark Anteil an ihrer Arbeit genommen und sich auch gegenseitig immer unterstützt. Es bleibt nun Plisch, den ebenfalls zurück getretenen Kassier Omag zu verabschieden und zu beschenken. Schliesslich wird vom Rat mit den «alten» und «neuen» Mitgliedern ein Erinnerungsfoto gemacht.

Die Zeit war rasch zerronnen, alle strebten wieder dem Bahnhof zu, verabschiedeten sich herzlich und traten zufrieden über den schönen, kameradschaftlichen Tag den Heimweg an. Ein Kompliment und grossen Dank gebührt Omag und seiner Gattin Verena für die ausgezeichnete Organisation der Generalversammlung. Die Wahl des Tagungsortes, Verpflegung, Transporte, Reservationen, alles klappte vorzüglich. Kommt alle zum nächsten Anlass! Der neue Präsident Büsi und sein Vorstand freuen sich auf Euch.

 

Ursula Bonetti / Hamschti