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5. Workshop der ISGF-Region Europa in Berlin/Wandlitz

vom 11. bis 15.3.2013

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 5. Workshop der ISGF-Region Europa trafen sich für fünf Tage in der Jugendherberge am Wandlitzsee nördlich von Berlin im Landkreis Barnim (Brandenburg), einer wunderschönen Landschaft, einstmals DDR. Die Jugendherberge, ein bananenförmiger Bau mit einfachen Doppel- und Mehrbettzimmern direkt am See, ist ein Bijou mitten im zaghaften Frühlingsgrün, das wir aber, angereist mit Bahn, S-Bahn und Regionalbahn am Freitagabend, ab Sonntagmorgen nur als überwältigende Schneelandschaft geniessen konnten. Zuzusehen, wie der See dann gegen Abend in einem Höllentempo zufror, war so eindrücklich, dass es ewig in der Erinnerung haftenbleibt. Aus der Schweiz waren wir zu zweit: Annemarie Geissbühler/Darsie und ich.

Von Olav Balle, Präsident der ISGF-Region Europa, und Manne Bosse, ISGF-Subregion Zentraleuropa, Helmut Reitberger, Präsident Deutscher Verband VDAPG, und Nana Gentimi, ISGF-Weltkomitee wurden die 46 Teilnehmer/-innen aus 16 europäischen Ländern herzlich begrüsst.

Mit Harald Kesselheim (Deutschland), Nana Gentimi (Griechenland) und Leny Doelman (Niederlande) waren drei Vertreter des ISGF-Weltverbandes dabei. Fast alle Teilnehmenden sind, wie es Hans Slanec, Mitglied des Präsidiums des Landesverbandes Pfadfindergilden* Österreichs und Vizepräsident ISGF-Europaregion, formuliert, «Opinion Leaders», also Menschen, die zur Meinungsbildung in ihren nationalen Pfadfindergildeverbänden beitragen. Nana Gentimi – sie hat auch ihren Mann mitgebracht – stellte den neuen ISGF-Trainingsbehelf vor, der auf der Weltkonferenz 2011 in Como beschlossen worden war. Erfreulich, dass dabei die ISGF-Zusammenarbeit mit dem Uno-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) nicht vergessen ging.

Den zweiten Informationsblock gestaltete Harald Kesselheim, der die ISGF-Struktur mit ihren Schwerpunkten vorstellte. Einer dieser Schwerpunkte ist die Entwicklung der Regionen und ihrer Gliederungen. Informationen der Weltkomiteesitzung, die soeben in Brüssel zu Ende gegangen war: Cecile Bellet, die bisherige Assistentin der ISGF-Generalsekretärin Faouzia Kchouk, wurde zur neuen Generalsekretärin gewählt. Faouzia erreiche das Pensionsalter. Das Jubiläum «60 Jahre ISGF» findet rund um den ISGF-Freundschaftstag vom 25. Oktober 2013 in Genf statt begleitet von einer Skype-Party. Die nächste ISGF-Weltkonferenz findet vom 10. bis 16. Oktober 2014 im Olympia-Park in Sydney, Australien, statt. Nähere Informationen soll es bald auf der ISGF-Homepage geben. Neue Subregionen sind in Asien und Südamerika entstanden.

Olav Balle erläuterte Struktur und Aufbau vom nationalen Verband über die Subregionen hin zur Europaregion. Das Verhältnis zu den Jugendorganisationen wurde erörtert: Sind wir den Aktiven nützlich? Weiter standen Aktivitäten, Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederwerbung, Public Media der Landesverbände im Fokus. Deutschland (VDAPG) zum Beispiel schaffte es, mit Ehrungen verdienter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an prominenten Plätzen in der Öffentlichkeit – hoffentlich nachhaltig – zu punkten. In Berlin erhielten der alt Bundespräsident Köhler und alt Minister Blüm, die beide auch Pfadi gewesen waren, die Georgs-Plakette anlässlich einer bemerkenswerten Feier überreicht.

Leny Doelman, Webmaster der ISGF-Homepage, führte die Gruppenarbeit zur Gestaltung einer Homepage zu frei wählbaren Themen durch und gab dabei Grundsätze und Tipps weiter, die den Landesverbänden, die am Aufbau einer eigenen Homepage sind, eine gute Hilfe sein werden. Die Gruppenarbeit war sehr lustig und gut initiiert. Die Fantasie hatte freien Lauf und die Zeichnungs- oder Textertalente waren bald erörtert. Die Präsentationen waren ein Gaudi.

Hans Slanec sprach dann die Fortbildung von Gildefunktionären an und stellte das Programm dafür in Österreich vor, einen zweieinhalbjährigen Kurs, aufgebaut mittels eines Modulsystems, das Führungskompetenz in Erwachsenenorganisationen lehrt. Nach zwei schriftlichen Arbeiten, einer Projektarbeit und einem Abschlussmodul mit Projektvorstellung und Reflexion des Trainingsverlaufs gibt es das Diplom zum Gildemeister. Hans Slanec meint dazu: «Die Diskussion ergab eine Menge von Anfragen, aber auch kritische Äusserungen, da ja viele von uns die Ausbildung als Jugendleiter/-in gemacht hatten bis hin zum Gilwell-Kurs. Letztlich waren aber alle doch der Meinung, dass es ein Unterschied sei, Kinder und Jugendliche zu führen oder einer Gilde in verantwortlicher Funktion vorzustehen. Die Insignien für die abgeschlossene Diplomausbildung, die in Österreich zu Diskussionen Anlass geben, waren interessanterweise am Workshop kaum ein Thema.» (Anm. der Redaktorin: Die Diplomanden zum österreichischen Gildemeister erhalten den Gilwell-Wood-Badge, der aber künftig in abgeänderter Form vergeben werden soll.)

Zwischen den Lektionen bestand immer wieder genügend Zeit, alte Freundschaften aufzufrischen und neue Altpfadi kennenzulernen, in der Seelandschaft zu spazieren, die Märzensonne, die doch noch recht oft zum Vorschein kam, zu geniessen. Die Abende boten auch Gelegenheit für ausgiebige Schlummertrunke, lässige Atemfreiübungen und lustige Tänze.

Um auch ein wenig Berlin und die Umgebung zu erkunden, gab es zwischen den –Arbeitsblöcken verschiedene Ausflüge, z.B. nach Potsdam, zum geschichtsträchtigen Fleck Kaisers Friedrich II., den Anton Graff, der 1736 geborene Winterthurer Maler, wie es heisst, der Wirklichkeit am nächsten porträtiert hat (das Gemälde befindet sich heute im Schloss Charlottenburg, Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin.), und natürlich in die Bundeshauptstadt, die (gruppenweise nach Interesse organisiert) zu Entdeckungen einlud: Alexanderplatz, Rotes Rathaus, Nikolai-Viertel, Deutscher Dom, Spree, Unter den Linden, Brandenburger Tor, Holocaust-/Sinti-/Roma-Denkmal, Bebelplatz, Reichstag, Historisches Museum mit seinen Sammlungen von den alten Germanen bis zum Fall der Mauer – und vieles mehr, nicht zuletzt das berühmte Schokoladenhaus Fassbender & Rausch an der Charlottenstrasse 60 in der Stadtmitte. Das sich nahende Osterfest war dort besonders köstlich spürbar.

Nach Abschluss der Workshop-Arbeitsblöcke fasste Katharine Diver (Grossbritannien), Sekretärin des ISGF-Europakomitees, die Ergebnisse und Erkenntnisse des Workshops zusammen. Die Länder konnten anlässlich dieses Workshops auch den Jahresbeitrag von 40 Euro in bar begleichen, damit es keine Bankspesen gibt. Die Ehemaligen Pfadi Schweiz übernahmen als Spende die beiden noch ausstehenden Jahresbeiträge für 2012 und 2013 des tschechoslowakischen Landesverbands Old Scouts.

Am letzten Abend versammelten wir uns zum Schlusskreis. Olav dankte allen für die Mitarbeit und die gelebte Freundschaft im Geiste Bi-Pis. Unser Schlusslied, nach alter Tradition «Auld Lang Syne» (schottisch etwa für: Lang ist’s her) von Robert Burns, sangen alle miteinander, jeder in seiner Muttersprache:

Should auld acquaintance be forgot and never brought to mind?

Nehmt Abschied, Brüder, ungewiss ist alle Wiederkehr.

Faut-il nous quitter sans espoir, sans espoir de retour?

Hans Slanec meint zum Lied:

«Ein berührendes Beispiel unseres Slogans ‹All different, all equal. / Alle anders, alle gleich.› Gut Pfad und auf Wiedersehen bei der Europakonferenz im September in Stockholm.»

Dem habe ich nur beizufügen: Weiter so, es war ein eindrücklicher Workshop und schreit geradezu nach Fortsetzung irgendwann, irgendwo in Europa.

Esther Hausammann/Mungo, Internationale Sekretärin

* Oft heissen die Altpfadivereine (APV) in anderen Ländern Pfadfindergilden; in anglophonen und Commonwealth-Ländern Scout Guilds, Trefoil Guilds; in Skandinavien St. Georgs Gilderne, St. Georgs Gildene, St. Georgs Scoutgillen etc.

Die Jugendherberge Wandlitzsee am ersten Morgen
Die Jugendherberge Wandlitzsee am zweiten Morgen
Eiszapfen an der Gartenlaube der Jugendherberge
Oesterreich, Polen, Deutschland, Schweiz, Oesterreich
Workshop-Lektion in der Jugendherberge
Olav Balle, Präsident ISGF-Europa-Region
Am Bahnhof Wandlitzsee.JPG
Riesenschokoladenei bei Fassbender & Rausch
Potsdam, beim Schloss Sanssouci
Das Holocaust-Denkmal
Die Jugendherberge von vorn - der letzte Blick zurück
Darsie und Leny nehmen Abschied
Hauptbahnhof Berlin vor der Abreise